Praxisbeispiel

reinrassiger Jack Russell Terrier-Welpe

Das ist JAX

Ein 12 Wochen alter, reinrassiger Jack Russell Terrier-Welpe 

  • Jax wurde für eine körperliche Untersuchung und zusätzliche Welpenimpfungen in der Klinik vorgestellt. 
  • Jax ist der erste Welpe - und auch der erste Hund - für seinen Halter, der um Empfehlungen zur Fütterung und Pflege des Welpen bittet. 
  • Der Halter füttert derzeit ein mit warmem Wasser vermischtes Welpentrockenfutter, das der Züchter beim Kauf des Welpen empfohlen hat. 

Fütterungstechniken

Giftige Lebensmittel für Hunde und Katzen

Ein Grundprinzip der Toxikologie lautet: „Die Dosis macht das Gift“.   Dies gilt für viele gängige Futtermittel, die natürliche Chemikalien enthalten können, die bei Verzehr in den entsprechenden Mengen giftig sein können. Die potenziell schädliche Menge kann je nach Spezies unterschiedlich sein. Daher kann ein Nahrungsmittel, das für den Menschen unbedenklich ist, für Haustiere gefährlich sein. Wenn einige Hunde - und gelegentlich auch Katzen - Zugang zu bestimmten Lebensmitteln erhalten (z. B. Schokoladenbonbons, Backwaren, schimmelige Lebensmittel im Müll), kann es sein, dass sie eine Menge verzehren, die eine gefährliche Dosis der potenziell giftigen Substanz darstellt oder mit deren Verarbeitung der Körper überfordert ist. 

Weintrauben

Kernbotschaften


  • Einige Lebensmittel, die für Menschen unbedenklich sind, können bei Hunden und Katzen eine Reihe von Gesundheitsproblemen verursachen. Während von einigen Lebensmitteln bekannt ist, warum sie Vergiftungen bei Haustieren verursachen (z. B. Theobromin und Koffein in Schokolade), wurden die giftigen Wirkstoffe in anderen Lebensmitteln (z. B. Weintrauben, Rosinen und Macadamianüsse) noch nicht nachgewiesen.
  • Bei Hunden sind Lebensmittelvergiftungen weitaus wahrscheinlicher als bei Katzen, da sie Aasfresser sind und ihre Umwelt gerne mit der Schnauze erforschen.
  • Die nachfolgende Liste ist nicht vollständig, doch sie enthält die Lebensmittel, die in den Giftzentren für Tiere am häufigsten gemeldet werden.
Nahrungsmittel Mögliche Gesundheitsprobleme
Schokolade Erbrechen, Durchfall, Herzrasen, hoher Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Zittern, Anfälle 

Xylitol  

(natürliches Süßungsmittel, das in bestimmten zuckerfreien Kaugummis, Bonbons, Backwaren und Zahnpasta enthalten ist) 

Niedriger Blutzucker (Glukose), Leberversagen 
Kaffee, Tee und andere koffeinhaltige Getränke  Hyperaktivität, Unruhe, Erbrechen, Herzrasen, schnelle Atmung, Zittern, Herzrhythmusstörungen 
Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch (Allium spp)* , roh oder gekocht Verringerte Zahl roter Blutkörperchen aufgrund von Zellschäden und -abbau, Verdauungsstörungen, Herzrasen, schnelle Atmung 
Weintrauben, Rosinen, Korinthen (Vitis spp.)  Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit, plötzliches Nierenversagen 
Macadamianüsse  Schwäche der Hinterbeine, Erbrechen, Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen, Zittern, erhöhte Körpertemperatur, Gelenksteifigkeit 
Alkohol (Ethanol)  Depressionen oder Lethargie, Koordinationsstörungen, Erbrechen, langsame Atmung, niedriger Blutzucker, niedriger Blutdruck, niedrige Körpertemperatur 
Roher Hefeteig  Lethargie, Koordinationsstörungen, Erbrechen, langsame Atmung, niedriger Blutzucker, niedriger Blutdruck, niedrige Körpertemperatur, Blähungen mit möglicher Magendrehung, Krampfanfälle, Atemstillstand 

Schimmelige Lebensmittel 

(einige Schimmelpilze produzieren Toxine, die als Mykotoxine bekannt sind) 

Erbrechen, Unruhe, Koordinationsstörungen, Zittern, Krampfanfälle, erhöhte Körpertemperatur 
*Geringe Mengen dieser Gemüsesorten, auch in Pulver- und Ölform, werden einigen Heimtierfuttermitteln als Geschmacksverstärker zugesetzt und sind in dieser Form sicher. 
  • Um einen Besuch in der Tiernotaufnahme zu vermeiden, sollten Tierhalter potenzielle Gefahrenquellen in ihrer Wohnung ausfindig machen und sie außerhalb der Reichweite neugieriger Katzen und Hunde aufbewahren.
  • Wenn der Verdacht besteht, dass ein Tier eine potenziell giftige Substanz aufgenommen hat, sollten Sie sich sofort an einen Tierarzt oder eine Tiergiftnotrufzentrale wenden. In jedem Land ist die Verfügbarkeit von Tiergiftnotrufzentralen unterschiedlich. Erkundigen Sie sich, ob es in Ihrer Region eine Tiergiftnotrufzentrale gibt, bevor Sie darauf angewiesen sind. 

 

Hilfen für Tierärzte und Haustierbesitzer   
USA und Kanada

ASPCA Animal Poison Control Center  

Telefon: (888) 426-4435 

Website: www.aspca.org/pet-care/animal-poison-control 

USA, Kanada und Karibik

Pet Poison Helpline 

Telefon: (855) 764-7661 

Website: www.petpoisonhelpline.com 

Vereinigtes Königreich

Animal PoisonLine  

Telefon: 01202 509000 

Website: www.animalpoisonline.co.uk 

Australien

Neuseeland

Australian Animal Poisons Helpline 

Telefonnummer Australien: 1300 869 738 

Telefonnummer Neuseeland 0800 869 738 

Website: https://animalpoisons.com.au 

 

Nur für Tierärzte bestimmt   

Australien

Neuseeland

Tiergiftnotruf-Hotline weltweit 

Telefonnummer Australien: 0011 800 4444 0002 

Telefonnummer Neuseeland: 00 800 4444 0002 

Website: www.petpoisonhelpline.com 

 

Gesprächsstarter

„Egal, wie sehr Ihr Haustier auch bettelt, es gibt einige Nahrungsmittel für Menschen, die Sie Ihrem Haustier nicht geben und an Stellen aufbewahren sollten, die das Tier nicht erreichen kann. Viele Tierhalter wissen, dass Hunde und Katzen keine Schokolade fressen sollten. Sie sollten darüber hinaus Zwiebeln, Knoblauch, Weintrauben, Rosinen, rohen Hefeteig, schimmelige Lebensmittel, Kaffee, koffeinhaltige Energydrinks oder alkoholische Getränke meiden.“

Weitere Informationsmaterialien

Aldrich, G. (2006). Onions and garlic offer flavor in the right amounts. Petfood Industry, 48(11), 40─41. 

Cortinovis, C., & Caloni, F. (2016). Household food items toxic to dogs and cats. Frontiers in Veterinary Science, 3, Article 26. doi: 10.3389/fvets.2016.00026 

Kovalkovičová, N., Sutiaková, I., Pistl, J., & Sutiak, V. (2009). Some food toxic for pets. Interdisciplinary Toxicology, 2(3), 169─176. doi: 10.2478/v10102-009-0012-4