Symbol mit Futterschüssel und Stethoskop

THERAPEUTISCHES FUTTER

Hilfreiche Informationen über den Nährstoffbedarf von Katzen und Hunden mit ernährungsbedingten Krankheiten.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Ernährung bei einer Mitralklappenendokardiose (MMVD)

Die Mitralklappenendokardiose (MMVD) ist die häufigste Herzerkrankung bei Hunden. Die aktuellen Ernährungsrichtlinien enthalten hauptsächlich Empfehlungen für Hunde, die bereits Symptome von Herzveränderungen aufweisen. Doch neue Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass eine spezielle herzschützende Nährstoffkombination (Cardiac Protection Blend, CPB) dazu beitragen kann, die Herzfunktion zu verbessern und das Fortschreiten der Krankheit bei Hunden mit Mitralklappenendokardiose im Frühstadium zu verlangsamen, und zwar bevor Symptome einer Herzinsuffizienz auftreten.

Symbol „blaugrünes Herz eines Hundes“
Wussten Sie schon?

Etwa jeder 10. Hund leidet an einer Herzerkrankung, und das charakteristische Geräusch an der linken Herzspitze bei Hunden mit Mitralklappenendokardiose wird in der Regel bei einer routinemäßigen tierärztlichen Untersuchung erkannt.1

Kernbotschaften


  • Die Mitralklappenendokardiose (MMVD) ist die häufigste Ursache einer erworbenen Herzerkrankung bei Hunden.1-3 
    • In Nordamerika macht eine Mitralklappenendokardiose etwa 75 % der Herzerkrankungen bei Hunden aus.1
    • Die meisten betroffenen Hunde sind ältere Hunde kleiner Rassen mit einem Gewicht von unter 20 kg, doch die Mitralklappenendokardiose kann auch bei größeren Hunden auftreten.1,4
       
  • Äußerlich erscheinen Hunde mit Mitralklappenendokardiose bis zum Erreichen späterer Krankheitsstadien gesund.  Doch innerlich verändert sich das Herz schon in dieser Zeit, bevor Symptome auftreten.1
    ACVIM-Stufen der MMVD bei Hunden. A, prädisponiert. Keine klinischen Anzeichen. B1, Scheint gesund zu sein. Herzgeräusch wahrscheinlich, kein kardiales Remodeling. Keine klinischen Anzeichen. B2, Scheint gesund zu sein. Herzgeräusch und Anzeichen eines kardialen Remodelings. Keine klinischen Anzeichen. C, Aktuelle oder frühere CHF. Klinische Anzeichen einer Herzinsuffizienz. D, therapierefraktäre Herzinsuffizienz. Klinische Anzeichen einer Herzinsuffizienz.
    • Die Mitralklappenendokardiose ist eine langsam fortschreitende Krankheit, wobei die Geschwindigkeit des Fortschreitens schwer vorherzusagen ist.1
    • Bei etwa 30 % der Hunde mit Mitralklappenendokardiose entwickelt sie sich bis zu einem fortgeschrittenen Stadium weiter.2,5 
  • Die aktuellen Ernährungsempfehlungen konzentrieren sich hauptsächlich auf das Management der Symptome, nachdem die Herzinsuffizienz bereits aufgetreten ist. Doch neue Forschungsergebnisse zeigen, dass eine herzschützende Nährstoffkombination (Cardiac Protection Blend, CPB) dazu beitragen kann, die Herzfunktion zu verbessern und das Fortschreiten der Krankheit bei Hunden mit Mitralklappenendokardiose im Frühstadium zu verlangsamen.1,6,7
    • Eine 6-monatige Fütterungsstudie an Hunden mit Mitralklappenendokardiose im Frühstadium ergab einen klinischen Nutzen in Bezug auf wichtige kardiale Messgrößen bei Hunden, die die Nährstoffkombination CPB im Rahmen einer vollwertigen und ausgewogenen Ernährung erhalten hatten.6
      • Bei mehr als jedem dritten Hund unter der Kontrolldiät schritt die Krankheit von Stadium B1 bis zu B2 fort, wohingegen es bei den Hunden in der CPB-Gruppe zu keiner Krankheitsprogression kam.
      • Die Größe des linken Vorhofs nahm bei den Hunden in der Kontrollgruppe um durchschnittlich 10 % zu, wohingegen die Größe des linken Vorhofs bei den Hunden in der CPB-Gruppe um durchschnittlich 3 % abnahm.
      • Der Schweregrad der Mitralklappeninsuffizienz verschlechterte sich bei 25 % der Hunde in der Kontrollgruppe, wohingegen bei den Hunden in der CPB-Gruppe lediglich bei 10 % eine Verschlechterung auftrat und sich die Situation bei 30 % verbesserte.
    • Metabolomische Studien haben ergeben, dass der klinische Nutzen bei mit CPB gefütterten Hunden mit positiven Veränderungen auf molekularer Ebene einherging.7,8
       
Gesprächsstarter

„Die Mitralklappenendokardiose ist eine langsam fortschreitende Erkrankung, die möglicherweise gar keine Auswirkungen auf den Alltag Ihres Hundes haben wird. Doch bei 30 % der Hunde mit Mitralklappenendokardiose kommt es zu einer Progression bis zu einem fortgeschrittenen Stadium. Neue Studien haben ergeben, dass wir schon jetzt eine Ernährungsumstellungen bei Ihrem Hund vornehmen können, die das Fortschreiten der Mitralklappenendokardiose verlangsamen und die Herzfunktion verbessern kann.“

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Ernährung und Herzgesundheit

Das Herz ist ein lebenswichtiges Organ, das auf bestimmte Nährstoffe und eine stete Energieversorgung angewiesen ist, um eine regelmäßige Herzfrequenz und einen regelmäßigen Herzrhythmus aufrechtzuerhalten. Dennoch findet die Rolle der Ernährung für die Herzgesundheit von Haustieren häufig wenig Beachtung.

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Literatur

  1. Keene, B. W., Atkins, C. E., Bonagura, J. D., Fox, P. R., Häggström, J., Fuentes, V. L., Oyama, M. A., Rush, J. E., Stepien, R. und Uechi, M. (2019). ACVIM consensus guidelines for the diagnosis and treatment of myxomatous mitral valve disease in dogs. Journal of Veterinary Internal Medicine, 33(3), 1127–1140.
  2. Borgarelli, M., Crosara, S., Lamb, K., Savarino, P., La Rosa, G., Tarducci, A. und Häggström, J. (2012). Survival characteristics and prognostic variables of dogs with preclinical chronic degenerative mitral valve disease attributable to myxomatous degeneration. Journal of Veterinary Internal Medicine, 26(1), 69–75. doi: 10.1111/j.1939-1676.2011.00860.x.
  3. Buchanan, J. W. (1977). Chronic valvular disease (endocardiosis) in dogs. Advances in Veterinary Science, 21, 57–106.
  4. Parker, H. G. und Kilroy-Glynn, P. (2012). Myxomatous mitral valve disease in dogs: Does size matter? Journal of Veterinary Cardiology, 14(1), 19–29. doi:10.1016/j.jvc.2012.01.006
  5. Borgarelli, M. und Häggström, J. (2010). Canine degenerative myxomatous mitral valve disease: Natural history, clinical presentation and therapy. Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice, 40, 651–663.
  6. Li, Q., Heaney, A., Langenfeld-McCoy, N., Boler, B. V. und Laflamme, D. P. (2019). Dietary intervention reduces left atrial enlargement in dogs with early preclinical myxomatous mitral valve disease: A blinded randomized controlled study in 36 dogs. BMC Veterinary Research, 15(1), 425. doi: 10.1186/s12917-019-2169-1
  7. Li, Q., Laflamme, D. P. und Bauer, J. E. (2020). Serum untargeted metabolomic changes in response to diet intervention in dogs with preclinical myxomatous mitral valve disease. PloS One, 15(6), e0234404. doi: 10.1371/journal.pone.0234404
  8. Li, Q., Larouche-Lebel, E., Loughran, K. A., Huh, T. P., Suchodolski, J. S. und Oyama, M. A. (2021). Metabolomics profiling analysis reveals deranged energy metabolism and amino acid metabolic reprogramming in dogs with myxomatous mitral valve disease. Journal of the American Heart Association, 10(9), e018923. doi: 10.1161/JAHA.120.018923.